Sonntag, 20. Januar 2008

Una excursión a la Montana o solo un paseo breve

Nachdem ich, wie schon im letzten Blogeintrag geschrieben, am Samstag auf dieser Crazy Geburtstagsparty war und früh am Sonntagmorgen nach Hause gekommen bin, sollte es am Sonntag ruhiger zugehen. Aber da war doch noch was… denn für Sonntag war ein Ausflug in die Barrancas mit Nicole geplant. Die Barrancas sind ein 1137 Hektar großes Naturschutzgebiet in der Nähe von Guadalajara, 1520 m über dem Meeresspiegel und 700 Meter tief. Nach ca. 1 Stunde Autofahrt haben wir die Barrancas endlich gefunden. Ok, wäre wahrscheinlich auch schneller gegangen, wenn wir nicht wieder einen Mexicaner nach dem Weg gefragt hätten. Nach seiner Beschreibung hätten wir die komplette City in falscher Richtung einer Einbahnstraße durchkreuzt. Da ich aber noch nicht so mexicanisiert bin, dass ich mein Leben aufs Spiel setze um schnell ans Ziel zu kommen, haben wir beschlossen doch die richtige Straße zu nehmen, und somit einen kleinen Umweg gefahren. Im Auto hatten wir uns darauf geeinigt, dass wir 1. Nur einen kleinen Spaziergang machen und 2. Ganz langsam laufen, da wir beide durch die letzte Nacht noch ziemlich beeinträchtigt waren. Als wir die Barrancas erreicht haben, war es 15 Uhr und in Mexico wird es bekanntlich im Winter schon um 18:30 Uhr dunkel. Wir wollten zum Fluss laufen, der am Grund der Barrancas liegt… ich muss dazu sagen, zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was mich erwartet, sonst hätte ich diesen Wahnsinnstrip schon von vorneherein abgeblasen und wäre in den Zoo. Mit Rucksack und Getränken bewaffnet ging unsere Wanderung also um 15 Uhr los. Leute, ich kann euch sagen… in Deutschland, würden die hier ohne Bergsteigerausrüstung keinen rein lassen! Alle 100 Meter ein Kreuz, weil da einer abgestürzt oder an einem Herzinfarkt gestorben ist, dies haben wir zumindest angenommen. Ich war heilfroh, dass ich meine festen Turnschuhe angezogen und das komplette Zwiebeloutfit in der Tasche hatte. Über Stock und Stein (total schief gepflastert, dazwischen Geröll) und Abhänge mit einer Steigung von schätzungsweise 70-80 %. 1,5 Stunden bis zum Fluss, 16:30 Ankunft… 18:30 dunkel… 2 Stunden um wieder nach oben zu kommen. Ich gestehe hier ein, ich war schon kaputt, als ich unten war, aber dann die ganze Tour wieder zurück? Wir kamen oben an als die Sonne gerade unterging, super Timing, und super Ausblick, aber meine Muskeln haben fast aufgegeben, bin gerade noch zum Auto gekommen. An dieser Stelle: ICH BIN STOLZ AUF UNS! SEHR STOLZ! RESPEKT. Ein wenig Eigenlob muss auch mal sein. Die Natur war super super mega genial! So etwas Beeindruckendes habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Die Anstrengung hat sich gelohnt und "Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter". Schaut euch die Bilder an, ich habe die Schönsten ausgesucht.

Dienstag, 15. Januar 2008

Una fiesta de cumpleanos muy loca

Nachdem wir eine Einladung zu einer Geburtstagsparty einer Arbeitskollegin (Michelle) bekommen haben, die wir beide nur sehr oberflächlich kannten, waren wir erstmal ziemlich verwirrt. Aber nachdem wir bemerkt haben, dass unter Anderem noch weitere 50 Leute eingeladen waren, haben wir uns gedacht: Okay... let´s rule the Party.
Michelle hatte mir netterweise auch gleich noch mitgeteilt, dass die Zeit, die in der Einladung steht (21 Uhr) doch für die Mexicanos gilt, da die sowieso immer 1 Stunde zu spät kommen. Nach „deutscher Zeit“ sollte die Party um 22 Uhr starten. Super Info, für uns Deutsche in Mexico lebensnotwendig! En riesiges Lob an dieser Stelle! Aber, dass Thema mit dem Orientierungssinn klappt hier…ähm…wie soll ich sagen… GAR NICHT. Sie hat mir einen Stadtplan ausgedruckt und den Salsa Club eingezeichnet…toll dachte ich, da gibt’s wenigstens mal keine Probleme den Weg zu finden. Nachdem wir eine halbe Stunde sämtliche Straßen abgegrast hatten, sind wir aus dem Auto ausgestiegen, um zu Fuß zu suchen. Der Club war 2 Straßen weiter in der anderen Richtung…mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Als wir bei dem Club ankamen, war es dann schon fast 23 Uhr und wir dachten, die Party ist schon im vollen Gange. Aber nein, acht Leute an einem Tisch, von 50 geladenen Gästen, von denen nach meiner Schätzung 40 zugesagt haben. Wir haben dann halt schon mal Tequila bestellt um danach auf die Tanzfläche zu hüpfen. Um halb eins kam dann Edgardo (ein sehr guter Freund von Michelle) und hat gleich mal 15 Studienkollegen/ Kolleginnen mitgebracht, die aber… man staune… alle Michelle nicht kannten :-). Als die da waren ging die Party richtig los und der Tequila hat in Strömen den Besitzer gewechselt. Nachdem diese Bar, wie sollte es in einer 7 Mio Einwohnerstadt auch anders sein, um 3 Uhr geschlossen hat, wir aber alle nun mal noch feier wollten, kam ein Kollege auf die blendende Idee jetzt in einen anderen Club zu fahren. Jetzt bedeutet in Mexico jedoch keinesfalls jetzt sondern eher in einer halben Stunde. Ok, heißt soviel wie, alle sehen vor dem Club, der gerade geschlossen hat, und labern.
Dann wollten wir doch mal zum anderen Club fahren, der angeblich gleich um die Ecke war, doch mit dem Orientierungssinn der Mexicanos hat es mal wieder nicht hingehauen. Nach ca. 5x Stop, Nachfrage bei verschiedenen Personen, wo sich die tolle Location befindet, waren wir eine halbe Stunde später vor dem Club (der sich tatsächlich fast direkt neben dem anderen befunden hat). Leider war der auch schon geschlossen :-). In einer Piano Bar, die extra wegen uns noch ne halbe Stunde länger offen gelassen hat, haben wir noch eine weitere Lektion in mexikanischer Lebensweise bekommen.
Ein Mädel, dass völlig orientierungslos im Club umher geschwankt ist, weil Sie ihre Freundin nicht mehr gefunden hat, die Sie mit heimnehmen wollte. Eine Freundin, die fast bewusstlos schlafend im Auto gelegen hat weil Sie so voll war. Wir haben die Freundin im Auto geweckt und die Andere setzt sich dazu und Ihr glaubt es nicht… die fahren los! Rotzbesoffen!
Danach haben wir uns gedacht… ok, reicht für heut… nur noch schnell was Essen und dann geht’s heim. Wir sitzen da, essen genüsslich unsere Tacos und auf einem voll der Krach. Hat sich ein Auto auf der Strasse gedreht und ist voll in ein anderes Auto gerast, weil er die rote Ampel und das Auto an der Ampel nicht gesehen hat. Meine Lektion die ich an diesem Tag gelernt habe:
-Don´t drink and drive
- Vertrau keinem Mexicano, der Dir einen Weg erklären will

Freitag, 4. Januar 2008

El regreso a la naturaleza o mis amigos el alacrán y el avispón

Silvester 2007 war ein Silvester der Spitzenklasse, hier war alles vertreten was Rang und Namen in der Tierwelt hat. Aber erst mal von Anfang an. Wir sind mit folgenden Informationen auf unseren Trip gestartet: Mila hat uns für 5 Tage ein Ferienhaus am Strand gebucht, wir gehen zu sechst und der Strand ist sehr einsam gelegen. Ok, dachte ich mir suupppeeerr, endlich mal ein Strand der nicht von Touristen überbevölkert ist, mit meinen Freunden schön Silvester feiern! Als wir nach 6,5 Stunden zwar seit über 2 Stunden Serpentinen Straßen durch die Berge gefahren waren und den Strand zu unserer Rechten sahen, aber immer noch nicht angekommen waren, wurde ich langsam unruhig. Als wir dann wieder mal um eine Kurve fuhren, sah ich an einem einsamen verlassenen Strand eine Holzhütte stehen und sagte (da ich mal wieder so ein Bauchgefühl hatte) zu meinem Schatz: „ Das ist sicher unser Ferienhaus“ und er nur: „So ein Quatsch, die Hütte bricht ja bald zusammen“. Tjaaaa, was soll ich sagen: ES WAR UNSER FERIENHAUS. Nachdem wir auch noch gemerkt haben, dass es nur zwei Doppelbetten gibt, obwohl wir doch eigentlich 6 Leute waren, war die Stimmung bereits auf dem absolutem Tiefpunkt. Aber zum Glück gibt es ja nichts, was mit Tequila nicht wieder repariert werden kann, deshalb waren wir am Ende des Abends, zwar alle gut betrunken, aber wenigstens mussten wir uns um die Betten nicht mehr streiten… Der nächste Morgen hat jedoch alles wieder zum Guten gewandt. Als wir den traumhaft schönen Strand sahen, der direkt vor unserer Tür lag, waren wir für alles wieder entschädigt, was uns der vorherige Tag angetan hatte. So waren wir 5 Tage nur am Strand gelegen, haben uns gesonnt und abends gabs lecker Fisch und Shrimps am Lagerfeuer gegrillt. Dieser Urlaub war absolut back to nature. Anders hatte Robinson Crusoe wahrscheinlich auch nicht gelebt. Die Hütte war komplett aus Holz, die Türen und Fenster gingen nicht zu, das Wasser war immer kalt, und Strom gab es über einen Generator, den wir mit Benzin betanken mussten. Meistens war der aber nach 2 Stunden leer und daher gab es jeden Abend Lagerfeuer und Kerzenscheinromantik. Also wirklich super schön. Wenn nur diese kleinen gefährlichen Tiere nicht gewesen wären, die uns abends um die Füße gekrochen sind. Eines Abends saß ich mit Mario draußen und wir haben noch geredet, als ungefähr 10 cm an meinem Fuß ein Skorpion vorbei gekrabbelt ist. Seit dieser Nacht konnte ich nicht mehr ruhig schlafen. Zu allem Überfluß hat mich fast jeden Morgen, wenn ich die Augen aufgemacht habe, ein anderer Käfer in meinem Bett angeschaut. Und am letzten Abend musste Mario auch noch die Bekanntschaft einer Hornisse machen, die sich seinen Arsch als Zielscheibe ausgesucht hatte. Wobei ich hier sagen muss, zum Glück war es nur eine Hornisse ! Wir waren alle sehr sehr beunruhigt, als Mario laut schreiend vom Stuhl hochhüpfte und als wir den Stich gesehen hatten, waren wir auch nicht beruhigter. Nach ewigem Suchen, was ihn denn da gestochen haben könnte, haben wir zum Glück die Hornisse gefunden. Danach konnten wir Rodrigos Eltern und unseren Vermieter wieder beruhige, denn alle dachten es war ein Skorpion gewesen. So ging unserer Abenteuerurlaub zu Ende… ach nein… am Tag der Heimreise haben wir noch an einem wunderschönen Strand (Surfers Paradise) Mittag gegessen und danach war mir schon ein ganz kleines bißchen schlecht. Aber was mich (und auch alle anderen außer Mario) am nächsten Tag erwartete war ich möchte es hier nur ganz kurz sagen… ziemlich scheiße! Aber nachdem ich 2 Tage mit Eimer auf Klo verbracht und die Reiseapotheke von Siemens einmal durchprobiert hatte ging es mir wieder besser. Und… hier sei nochmal gesagt: WAS UNS NICHT TÖTET MACHT UNS NUR HÄRTER.